Seit 1882 begleitet Wisa Gloria Familien in der Schweiz. Generationen sind mit unseren Kinderwagen, Dreirädern und Spielsachen aufgewachsen – und viele erzählen bis heute mit leuchtenden Augen davon. Das ist unsere Geschichte: von einer kleinen Werkstatt in einer alten Mühle bis zur Manufaktur von heute.
1882 – Sechs Arbeiter in einer alten Mühle
Im Jahr 1882 gründeten F. Neeser und E. Rohr in Lenzburg die Firma «Neeser & Rohr», eine mechanische Kinderwagenfabrik. Eigene Räume hatten sie keine – also mieteten sie die 1647 erbaute Schlossmühle und ein Gebäude im alten Bahnhofquartier. Sechs Arbeiter bauten dort an günstig erstandenen Maschinen die ersten Kinderwagen und Brückenwägelchen. Kaum 300 Wagen verliessen in einem Jahr die Werkstatt.
Der Anfang war hart, die Konkurrenz gross. Doch die Lenzburger gaben nicht auf: Schon 1883 zeigten sie ihre Wagen an der ersten Schweizerischen Landesausstellung in Zürich.
Schöner – und trotzdem preiswert
Ab 1890 führte R. Widmer die Firma mit, die nun «Neeser & Widmer» hiess. Bald begann man, die Bestandteile selbst herzustellen, statt sie teuer aus verschiedenen Regionen kommen zu lassen. Das zahlte sich aus: Die Lenzburger Kinderwagen wurden beliebt, weil sie schöner und ebenso preiswert waren wie die der Konkurrenz.
1898 kaufte die Firma die Liegenschaft «Zur unteren Mühle». Im selben Jahr brannte in der Nacht des Jugendfests die Scheune vollständig ab. Dass die Kundschaft schon wenige Tage später wieder beliefert werden konnte, verdankte man ausgerechnet einem Konkurrenten: der Kinderwagenfabrik «Sender & Co» aus Schaffhausen, die grosszügig aushalf.
1913 – Der Name Wisa Gloria entsteht
Aus der Hilfe in der Not wurde eine Partnerschaft: Im Juli 1913 schlossen sich die beiden ältesten Kinderwagenfabriken der Schweiz zusammen. Aus den Namen der Teilhaber Widmer und Sandmeier und dem Zusatz «Gloria» entstand ein Name, den bald das ganze Land kannte: Wisa Gloria. Gefertigt wurden Kinderwagen, Holzwaren und Spielwaren.
Schon im Jahr darauf, an der dritten Schweizerischen Landesausstellung 1914 in Bern, wurde Wisa Gloria für ihre hochwertigen Qualitätserzeugnisse mit der goldenen Medaille ausgezeichnet.
1915 – Schweizer Qualität, geprüft und bestätigt
An der Mustermesse in Lyon wollte die französische Konkurrenz die Wisa-Gloria-Waren beschlagnahmen lassen: Sie seien gar keine echten Schweizer Eigenfabrikate. Im September 1915 wurde die Fabrik in Lenzburg genau untersucht – und das Gutachten fiel vollständig zugunsten von Wisa Gloria aus. Von da an fanden die Produkte Kundschaft in Frankreich, Italien, Griechenland und sogar Südamerika. Die Nachfrage war so gross, dass in zwei Schichten gearbeitet wurde.
1929 – Die Wisa-Gloria Werke AG
1929 wurde die Wisa-Gloria Werke AG gegründet. 1931 bezog sie einen neuen Fabrikbau des Lenzburger Architekten Richard Hächler, ein Jahr später folgte das Verwaltungsgebäude. Unter der Führung von Max Buhofer und Hans Sandmeier verdreifachte sich der Umsatz.
1936 bis 1960 – Marktführer der Schweiz
In diesen Jahren war Wisa Gloria die führende Marke der Schweiz – kaum ein Kinderzimmer kam ohne sie aus. 1957 feierte Wisa Gloria ihr 75-jähriges Bestehen.
Handarbeit statt Massenware
Ab den 1960er-Jahren kamen immer mehr industriell gefertigte Produkte aus dem Ausland auf den Markt. Wisa Gloria blieb ihrer Handarbeit treu – und war dadurch teurer als die Massenware. Von fünf Schweizer Kinderwagenfabriken verschwanden vier, Wisa Gloria hielt durch. 1992 wurde die eigene Produktion schliesslich aufgegeben. Doch der Name lebte weiter – in den Erinnerungen von Generationen.
Eine Liebe, die nie verschwunden ist
1986 gründete der 21-jährige Werner Haderer seine eigene Schlosserei. Er wurde bekannt für besondere Arbeiten, etwa für die Bühnen der Bregenzer Festspiele. Zusammen mit seiner Frau Daniela entwickelte er Dreiräder für Kindergärten, die für Qualität und Design ausgezeichnet wurden. 1997 verlegte er die gesamte Produktion in die Schweiz.
Wo immer er mit seinen Dreirädern hinkam, hörte er dasselbe: Die Leute erzählten schwärmerisch von Wisa Gloria. Die Marke war längst nicht mehr im Laden – aber in den Herzen war sie nie verschwunden.
2008 – Zurück in die Schweiz
Am 1. Januar 2008 übernahm das Team um Werner Haderer die Wisa Gloria AG – mit einem klaren Ziel: Wisa Gloria wieder an ihren verdienten Platz zu rücken und die Produktion zurück in die Schweiz zu holen. Heute werden unsere Schaukelschnecken, Dreiräder und Schlitten in der Schweiz hergestellt. Wo wir mit Partnern im Ausland zusammenarbeiten, wählen wir Betriebe, die – so wie wir – mit viel Wertschätzung hinter ihren Produkten stehen. Bei unseren Kinderwagen und Puppenwagen erfolgt die Bestickung in der Schweiz.
Der Weg war nicht immer einfach. Es gab viel Unterstützung, aber auch Rückschläge. Aufgegeben haben wir nie.
2021 – Die nächste Generation
Seit 2021 übernimmt Florina Haderer, die Tochter von Werner und Daniela, Schritt für Schritt die Führung von Wisa Gloria – mit frischem Wind und neuen Ideen. Ihre Vision ist die Wisa Gloria Manufaktur: Produkte, die du ganz persönlich gestalten kannst, mit dem Namen deines Kindes, dem Geburtsdatum oder deiner eigenen Idee. So wird aus einem Spielzeug ein Erbstück.
2022 – 140 Jahre: Der Kinderwagen ist zurück
Zum Jubiläum ging ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung: Der Wisa-Gloria-Kinderwagen ist zurück. Altes Design, neue Klassiker – der Korb-Kinderwagen mit einem Korb aus Naturweide und veganem Leder, und der Royal-Blaue, ein Klassiker in Blau. Als Überraschung gibt es dazu den passenden Puppenwagen: das Mini-Me des Royal-Blauen.
Unser ganzes Herzblut steckt in Wisa Gloria – und die Ideen gehen uns nicht aus.